Von der Marienburg über Königsberg und der Kurischen Nehrung bis nach Palanga und weiter bis nach Lettland

vom 7. bis zum 15. Mai

 

Weitere Etappen auf dem Europaradweg „R1“

vom Osten Polens über Königsberg  bis ins Baltikum!

 

Es gibt einen Europäischen Fernradweg, den die meisten Radler in Westfalen kennen, da er quer durch die Heimat verläuft - den „R1“. Was die wenigsten allerdings wissen ist, dass er ursprünglich gar nicht als Fernradweg quer durch Europa konzipiert war, sondern lediglich der erste von vielen regionalen Radwegen sein sollte, die als „R“-Netz kreuz und quer in Nordrhein-Westfalen geplant waren.

 

In den achtziger Jahren ging es los mit dem Fahrradtourismus in Deutschland und im Mai 1988 wurde zwischen der holländischen Grenze und Höxter eine der ersten längeren Radrouten als „Westfalen-Radweg R1“ mit einer Länge von 275 km eröffnet. Der „R1“ war nicht nur einer der ersten Radwege, in vielfacher Hinsicht hat er seine Sonderstellung behalten. Die „R-Radwege“ in NRW sind Geschichte, auch von einem einheitlichen Radwegenetz in unserem Bundesland kann keine Rede mehr sein. Auch außerhalb von Nordrhein-Westfalen ist der „R1“ immer noch bekannt, obwohl Fernradwege in Deutschland inzwischen als D-Route und in Europa als Eurovelo ausgeschildert sind. Auch für diese neuen Radwege nutzt man den Streckenverlauf des alten „R1“. So gehört dieser Radweg inzwischen auch zum Netz des Eurovelo 2 oder zur D-Route 3.

 

Bei der Eröffnung des Westfalenradweges vor 30 Jahren hätte sich kein Mensch träumen lassen, dass man heute auf dem größten Teil der gut 3.500 km langen Strecke zwischen der Kanalküste und St. Petersburg in Russland ohne Pass– und Zollkontrollen radeln kann.

 

Die erste Erweiterung des Westfalenradweges über die Grenze hinaus verlief westwärts. Seine Verlängerung in den letzten rund 30 Jahren verläuft parallel zum Zusammenwachsen Europas und entsprechend wurde er Stück für Stück erweitert. Daher haben wir speziell diesen Radweg für eine Radreise in Etappen quer durch Europa gewählt. Diese Etappen werden von London bis nach St. Petersburg führen. Die Strecke von London bis in den östlichen Teil Polens ist fast komplett geschafft, im Jahr 2020 geht es weiter in Richtung Osten.

 

Die diesjährige Etappe beginnt im Osten Polens in der Nähe der Marienburg und verläuft noch ein Stück durch die polnische Woiwodschaft Ermland-Masuren vorbei an Elbing in Richtung Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad. 

 

Die Fahrt durch das Kaliningrader Gebiet und die ehemalige preußische Stadt Königsberg ist nicht unbedingt das schönste Teilstück des Europaradweges „R1“ aber ein ganz spezielles und interessantes wenn man einen Blick rechts und links der Route wirft.  Für ein Stück geht es bereits durch Russland, obwohl das Ziel der Reise St. Petersburg noch weit mehr als 1000 km entfernt ist. Auf dieser Etappe erlebt man das heutige Russland aber auch noch die Spuren deutscher Geschichte.

 

Besondere Naturlandschaften gibt es auf dem Weg vom  Ostseebad Rauschen aus  über die Kurische Nehrung bis zum Grenzübergang von Russland nach Litauen. In Litauen steht dann eine wunderschöne Etappe auf dem Programm. Neben der Ortschaft Nidden, deren Hauptsehenswürdigkeit das Sommerhaus Thomas Manns ist, kann man auf der Kurischen Nehrung Natur pur genießen. Nach der Überfahrt mit der Fähre auf das litauische Festland geht es über einen gut ausgebauten Radweg von Klaipeda aus entlang der Küste über Palanga bis ins benachbarte Lettland, wo die diesjährige Etappe auf dem „R1“ durch Europa endet.

 

 

Der R1 verläuft in Osteuropa überwiegend auf wenig befahrenen (Neben)-Straßen. Es gibt einige Abschnitte mit etwas mehr Verkehr, die aber auch mit dem Begleitbus zurückgelegt werden können. Die Tagesetappen bei den Radtouren auf dem „R1“ sind mit ca. 60-70 Kilometern etwas länger als sonst üblich. Trotzdem bleibt neben dem Radfahren auch noch Zeit für Besichtigungen.

 

Reiseverlauf (Änderungen vorbehalten):

 

1. Tag: Um mehr Zeit für das Radeln im Zielgebiet zu gewinnen, haben wir uns dafür entschlossen, mit der Bahn nach Ostpolen zu reisen. Es geht gegen 6.30 Uhr am Gütersloher Hauptbahnhof los und mit einem Umstieg in Berlin ist man am Nachmittag im Osten Polens.

 

Der Begleitbus mit Fahrrädern und Gepäck startet bereits am Vortag und erwartet die Gruppe nach Ankunft am Bahnhof in Dirschau für einen kurzen Bustransfer zur Marienburg. Hier startet dann am Nachmittag die Radtour auf einem Teilstück des „R1“ in Richtung Elbing, wo die erste Übernachtung geplant ist.

 

2. Tag: Nach dem Frühstück beginnt die nächste Etappe auf dem „R1“ und es geht weiter in Richtung russische Grenze. Am Nachmittag wird Frauenburg erreicht, hier hat man die Wahl zwischen  Kultur oder noch etwas mehr Radfahren. Wer sich für Kultur entscheidet besichtigt mit unserer polnischen Reiseleiterin Frauenburg mit dem berühmten Dom und wandelt auf den Spuren von Nikolaus Kopernikus, der in Frauenburg einen großen Teil seines Lebens verbracht hat.

 

Wer noch weiter Radfahren möchte, radelt mit unserem Guide weiter bis kurz vor die polnisch-russische Grenze, wo alle Räder verladen werden, danach Bustransfer zur Übernachtung in Frauenburg.

 

3. Tag: Nach dem Frühstück Bustransfer zum Grenzübergang. Nach der Grenzabfertigung, die i.d.R. ca. 2 Stunden dauert, steht die erste Radtour auf russischem Gebiet auf dem Programm. Wir werden an diesem Tag nicht über den „R1“ weiterradeln, da dieser entlang der recht befahrenen Hauptstraße direkt in die Stadt Königsberg  führt.

 

Unsere Route verläuft auf ruhigen Nebenstraßen und Wegen von Zinten aus über Preußisch Eylau in Richtung Königsberg. Je nach Dauer des Grenzübertrittes kann die Radstrecke heute etwas kürzer oder etwas länger ausfallen. Übernachtung in Königsberg.

 

4. Tag: Heute steht eine Radtour von Königsberg aus an die Ostseeküste auf dem Programm, die sich zwar auch nur teilweise am Verlauf des „R1“ orientiert aber dafür wiederum über ruhigere Straßen und Wege verläuft. Ziel der Tour sind die beiden Ostseebäder Rauschen und Kranz.

 

Rauschen war  früher ein und ist auch heute ein beliebter Badeort der Königsberger und im Gegensatz zu vielen anderen Orten nicht viel zerstört, so dass hier noch einiges von der Bausubstanz eines  alten Badeortes mit ostseetypischer Bäderarchitektur  erhalten geblieben ist. Ähnliches gilt auch für Cranz, das zur Kaiserzeit eines der wichtigsten Ostseebäder  an der ostpreußischen Küste war und auch heute noch viele Besucher anzieht.

 

Am Nachmittag Rückfahrt mit dem Bus nach Königsberg, wo am Abend noch eine kleine Stadtbesichtigung auf dem Programm steht.

 

5. Tag: An diesem Tag hat man die Wahl. Entweder schaut man sich Königsberg auf eigene Faust an oder entscheidet sich zu einer Radtour durch das Hinterland Königsbergs. Unser Guide hat eine geschichtsträchtige, ruhige, wenig befahrene Radroute über Friedland, Gerdauen und bis zum Masurischen Kanal ausgesucht. Rückfahrt mit dem Bus nach Königsberg und letzte Übernachtung in Königsberg.

 

6. Tag: Heute geht es weiter auf dem „R1“. Nach einem kurzen Bustransfer startet die Radtour in Cranz und führt über den russischen Teil der Kurischen Nehrung in Richtung Litauen. Der „R1“ verläuft hier über eine mäßig befahrene Straße durch eine reizvolle, vom Wasser umgebene Naturlandschaft. Vor dem Grenzübertritt nach Litauen, steht noch ein kurzer Abstecher zur Vogelwarte Rositten auf dem Programm.

 

Vor der Grenze müssen wieder die Räder verladen werden und es geht dann über die Grenze von Russland nach Litauen. Direkt hinter der Grenze liegt der Urlaubsort Nidden, wo an diesem Tag übernachtet wird. Wenn der Grenzübertritt nicht zu lange dauert, steht noch ein Besuch des Thomas Mann Hauses auf dem Programm. Thomas Mann liebte die Landschaft der Kurischen Nehrung, er ließ sich in Nidden ein Sommerhaus bauen und verbrachte hier drei Sommer bevor er 1933 emigrieren musste. Er kehrte nach dem Krieg zwar wieder zurück nach Europa aber er kam nie mehr zurück auf die Kurische Nehrung.

 

7. Tag: Noch einmal steht die herrliche Sand– und Dünenlandschaft der Kurischen Nehrung auf dem Programm. Es geht über den „R1“ durch den litauischen Teil in Richtung Klaipeda, dem früheren Memel. Nach einer kurzen Fährüberfahrt erreicht man die historische Stadt, wo eine kurze Besichtigung mit unserer litauischen Reiseleiterin auf dem Programm steht.

 

Danach steht noch einmal Radfahren auf dem Programm. Über ein wunderschönes Teilstück des „R1“ geht es an der Ostseeküste entlang zu dem Badeort Palanga, wo noch einmal übernachtet wird.

 

8. Tag: Heute heißt es zum letzten Mal radeln. Die Tour verläuft immer parallel zur Ostseeküste weiter durch das Baltikum. Nach wenigen Kilometern erreicht man die Grenze zwischen Litauen und Lettland. Beide Staaten gehören zum Schengenraum und wie in weiten Teilen Europas verläuft dieser Grenzübertritt wieder fast unbemerkt.  Auch auf der lettischen Seite führt der  „R1“ relativ nah an der Ostseeküste entlang. Der östlichste Punkt der diesjährigen Reise auf dem „R1“ ist der lettische Badeort Liepaja. Hier werden die Räder verladen und mit dem Bus geht es zurück in litauische Klaipeda. Am Abend Einschiffung auf dem Fährschiff. Übernachtung in Innen-Kabinen an Bord.

 

9. Tag: Es geht mit dem Schiff gemütlich über die Ostsee zurück nach Deutschland. Gegen 17.00 Uhr erreicht die Fähre den Kieler Hafen und von dort aus geht es mit dem Bus über die Autobahn Hamburg - Hannover zurück in den Kreis Gütersloh, der gegen Mitternacht bzw. je nach Verkehrslage kurz nach Mitternacht erreicht wird.

 

Preis:

1.825,00 € pro Pers. im DZ

   295,00 € EZ-Zuschlag

 

Leistungen:

 Busfahrt mit einem modernen Reisebus mit Klimaanlage/Toilette

 Fahrradtransport der eigenen Räder im Spezialanhänger. Leihfahrräder möglich

 Ständige Busbegleitung

 7 x Übernachtung/Frühstück in Zimmern mit Dusche/WC  überwiegend  in  Gasthöfen und Mittelklassehotels  der 3- und 4-Sterne Kategorie

 Nachtfähre vom Baltikum zurück nach Deutschland mit Übernachtung/Frühstück in Doppel-Innen-Kabinen mit Dusche/WC an Bord

 8 x Abendessen im Rahmen der Halbpension

 Reise-/Radreisebegleitung während der gesamten Reise und örtliche Führungen

 Insolvenzversicherungsschutz gemäß § 651r BGB.

 

Mindestteilnehmerzahl 18 Personen. Bei Nichterreichen kann die Reise bis spätestens 4 Wochen  vor Beginn  abgesagt werden. In Zusammenarbeit mit dem Droste-Haus, Verl. Reiseveranstalter Wiehenstroth-Touristik.

 

Besondere Hinweise zu dieser Reise:

Für diese Radreise ist ein gültiger Reisepass erforderlich, der noch mindestens bis zum 15.11.2020 gültig sein muss. Ein vorläufiger Reisepass wird anerkannt.

 

Wir haben uns für die Zuganreise nach Ostpolen entschieden, um mehr Zeit vor Ort zu haben. Statt in 1 1/2 Tagen und mit einer Zwischenübernachtung erreichen wir die Marienburg in rund 10 Stunden. Da der Bus allerdings bereits am Vortag abfahren muss, um rechtzeitig am Zielort zu sein, ist bei dieser Reise die Abgabe der Räder bereits 05.05.2020 erforderlich. Für alle Teilnehmer, die eine weitere Anreise zum Abfahrtsort haben, versuchen wir eine individuell abgestimmte Lösung zu finden.

 

Nähere Infos u.a. Reisepreis finden Sie in diesem Katalog.

Anmeldung über das Reisebüro Wiehenstroth

 

 

Flyer R1 Kurische Nehrung
Radtour R1.pdf
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