Baltikum

Radwandern in Masuren

Radwandern entlang der Memel

und auf der Kurischen Nehrung

vom 19. bis zum 28. August 2011

 

 

Seit der Wende vor fast 20 Jahren beginnt der “Osten” für uns nicht mehr kurz hinter Berlin, sondern liegt viel weiter im “Osten”. Seit diesem Zeitpunkt wanderte die Mitte Europas weiter nach “Osten” – diese Aussage ist nicht politisch, sondern eher geografisch gemeint. Dabei handelt es sich um einen „verrückten“ Standpunkt, den wir mit dieser Radtour in den Fokus nehmen wollen. Der geografische Mittelpunkt des „neuen“ Europas markiert ein kleines Städtchen in der Nähe von Vilnius in Litauen. Auch die Memel, diesem mächtigen Strom im Baltikum,  ist vielen eher unbekannt - es sei denn, man kennt alle Strophen der deutschen Nationalhymne.

 

Aber noch mehr verbindet den Ostwestfalen mit dem Baltikum – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Fernradwanderweg R1, der mitten durch den Kreis Gütersloh verläuft und bis zur Wende an der Weser endete, führt nun weiter direkt durch Polen, über die Kurische Nehrung, quer durch das Baltikum bis hin nach Petersburg.Der Abschnitt, der entlang der Kurischen Nehrung bis zu litauisch-lettischen Grenze führt, werden wir in dieser Tour mit dem Rad zurücklegen.

 

Radwandern im Baltikum (Litauen, Lettland und Estland) ist immer noch ein Tipp für Insider, denn der Radtourismus ist z.B. in Litauen (noch) nicht im Fokus sowohl der Litauer als auch der europäischen Radler.

 

Memel neu

Man findet Radregionen vor, wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten: auf der Kurischen Nehrung und der Ostseeküste bis nach Lettland ein gut ausgebauter, asphaltierter Radweg, der Teil des europäischen Fernradwanderwegs R1 ist und die Niederlande, Deutschland, Polen und das Baltikum bis hin nach St. Petersburg miteinander verbindet. Ich habe kaum einen schöneren Radweg in Europa gefunden als eben diesen auf der Kurischen Nehrung, der sich hervorragend ausgebaut und gut asphaltiert über die Kurische Nehrung durch die Fichtenwälder und entlang der Ostseeküste bewegt.

  Kurische Nehrung vom Flugzeug aus   Klaipeda/Memel vom Flugzeug aus  Wanderdüne auf der Kurischen Nehrung

 

 

Auf der anderen Seite befährt man entlang der Memel auch immer mal wieder die für das Baltikum typischen Schotterstrecken oder Waldwege. Der Radler, der mit uns dort hinfahren möchten, muss sich auf die unterschiedlichsten Wegbeschaffenheiten einstellen, er wird aber entlohnt durch eine außergewöhnliche Landschaft.

Hier das Programm:

Dienstag, den 9. August: Vorbereitungstreffen

Donnerstag, den 18. August: um 18.00 Uhr werden die Fahrräder auf dem Hof des Busunternehmens Holtkamp in Rheda-Wiedenbrück verladen.

Freitag, den 19. August: gegen Mittag verlassen wir Ostwestfalen. Die genauen Zustiegsorte und -zeiten werden während des Vorbereitungstreffens vereinbart. Mit dem Bus geht es dann zum Fährhafen nach Kiel. Einschiffen ist um 22.00 Uhr. Die Nacht und den folgenden Tag verbringen wir auf der Fähre von Kiel nach Klaipeda/Memel. Die Überfahrt dauert ca. 21 Stunden.

       Radweg R1 auf der Kurischen Nehrung 1   Radweg R1 auf der Kurischen Nehrung 2  Radweg R1 auf der Kurischen Nehrung 3

Samstag, den 20. August: entspannte Stunden auf der Fähre. Um 20.00 Uhr Ortszeit erreichen wir Klaipeda/Memel. Von hier auf sind es dann noch ca. 40 Kilometer bis nach Silute/Heydekrug. Zwei Nächte übernachten wir im Hotel Deims

       Thomas -Mann-Haus in Nidden  Schwarzort  Memel/Klaipeda


Sonntag, den 21. August: Heute radeln wir ins Fischerdorf Rusne/Russ, nähern uns dem Memeldelta. 2. Übernachtung in Silute.

Montag, den 22. August:  wir verlassen Silute/Heydekrug mit dem Bus, heute radeln wir nach Bitenai, bekannt geworden durch das Buch „Paradiesstraße“ von Ulla Lauchauer,  Übernachtung in  Jurbarkas/Georgenburg im Hotel Jurbarkas

       Kaunas  Kaunas  Klaipeda/Memel mit Ännchen-von-Tharau-Denkmal

Dienstag, den 23. August: Wir verlassen Jurbarkas zunächst mit dem Bus. Heute radeln wir eine weitere Etappe an der Memel entlang und folgen dem mächtigen Strom. Übernachtung in Seredzius in einer ganz außergewöhnlichen Unterkunft, die wir vor einigen Jahren durch einen Zufall gefunden haben. Hier sind wir eine Nacht.

Mittwoch, den 24. August: Wir verlassen Seredzius mit dem Bus oder/und mit dem Fahrrad. Es geht nach Kaunas. Am Nachmittag Stadtführung in Kaunas. Am späten Nachmittag die Busfahrt nach Klaipeda/Memel. Im Hotel Amberton im Stadtzentrum übernachten wir.

       Radweg an der Memel bei Jurbarkas   Die Memel bei Jurbarkas   Die Memel bei  Veliuona

Donnerstag, den 25. August:Wir starten zur Radetappe auf die Kurische Nehrung bis nach Nida/Nidden. Der Radweg durch die Kiefernwälder und über die Dünen ist Teil der europäischen Fernradwanderweges R1, der Calais mit Petersburg verbindet. Er ist wunderbar asphaltiert und gehört zu den schönsten Radwegen, die ich kenne. Nach rund 55 Kilometer erreichen wir Nida/Nidden. Hier besichtigen wir das Thomas-Mann-Haus und schauen uns die für die Nehrung typischen Wanderdünen an. Danach haben Sie die Möglichkeit zum Bummeln oder vielleicht auch noch Schwimmen zu gehen. Rückfahrt mit dem Bus um 16.00 Uhr oder - wer Lust hat – mit dem Fahrrad. Manche Wege kann man zweimal fahren - und wenn man sich “umgekehrt” zurückradelt, eröffnen sich ganz andere Eindrücke. 2. Übernachtung in Klaipeda 

 

Freitag, den 26. August: heute radeln wir nach Vente/Wendenburg und besichtigen dort die Vogelwarte. Am Nachmittag sind wir dann zurück Klaipeda/Memel. Am Abend besichtigen wir mit sachkundiger Führung Klaipeda/Memel, 3. Übernachtung

 

Samstag, den 27. August: Wir folgen heute dem europäischen Fernradwanderweg R1 entlang an der Küste bis zum mondänen Badeort Palanga. Die Strecke bis dorthin ist knapp 30 Kilometer lang. Gegen Mittag sind wir dort, haben ausreichen Zeit zum Bummeln und werden zum Mittagessen nett einkehren. Rückkehr von hier aus mit dem Bus oder - wer Lust hat - mit dem Fahrrad. Wer mit dem Bus zurückkehrt, hat den Nachmittag zur freien Verfügung in Klaipeda. Nach einem gemütlichen Abendessen werden wir gegen 22.00 Uhr auf der Fähre einchecken. Am frühen Sonntagmorgen um 1.00 Uhr verlassen wir den Hafen mit der Fähre nach Kiel.
      Störchennester bei Bitenai  Störchennester in Bäumen in Bitenai  Memel mit Blick auf Tilsit

Sonntag, den 28. August: Nach rund 21.00 Stunden auf der Fähre erreichen wir Kiel gegen 22.00, Rückkehr mit dem Bus, Ankunft in Ostwestfalen in der Nacht

Unterstützt werden Erwin Holtkamp und ich uns auf dieser Tour durch die litauische Reiseführerin Vilmante Matutiene, die uns bereits vor drei Jahren auf einer Tour begleitet. Auf der einen Seite steht sie uns - wie nicht anders zu erwarten - als Dolmetscherin zur Verfügung, da für den Westeuropäer die litauische Sprache gar nicht verständlich ist. Auf der anderen Seite wird sie viel berichten über Land und Leute und über Vergangenheit und Gegenwart in Litauen.

  In Palanga   Auf der Kurischen Nehrung

 

Als Literaturtipp und zur Vorbereitung auf diese Reise sei empfohlen:

- Die Memel - Kulturgeschichte eine europäischen Stromes von Uwe Rada, erschienen 2010 bei Siedler

- Paradiesstraße - Lebenserinnerungen der ostpreußischen Bäuerin Lena Grigoleit, von Ulla Lachauer, erschienen 1996 bei Rowohlt.Lena Grigoleit lebt in Bitenai/Bittehnen. Diesen Ort werden wir aufsuchen, uns mit dieser interessanten Biographie auseinandersetzen

- Ostpreußische Lebensläufe von Ulla Lauchauer, erschienen 1998 bei Rowohlt mit einem Nachtrag zur Geschichte von Lena Grigoleit

 Stand: 22. Januar 2011

Hier kann man den Anmeldeflyer herunterladen